Limmattalbahn — Weiterführung Killwangen–Baden
Die Limmattalbahn endet seit 2022 in Killwangen-Spreitenbach. Eine rund 9 km lange Weiterführung über Neuenhof und Wettingen bis zum Bahnhof Baden ist seit 2018 konkret geplant — doch das Gesamtverkehrskonzept setzt bis 2040 auf starke Buslinien und sichert das Tram-Trassee nur noch als langfristige Option. Geschätzte Kosten: rund 465 bis 500 Millionen Franken.
Seit Dezember 2022 fährt die Limmattalbahn auf 13 Kilometern von Zürich Altstetten bis Killwangen-Spreitenbach — und endet dort an der Kantonsgrenze zur Region Baden. Die Weiterführung bis zum Bahnhof Baden ist seit Jahren projektiert, politisch aber blockiert zwischen Gemeindewiderstand, Kostenfragen und einem Kanton, der vorerst lieber aufs Busnetz setzt.
Das Projekt
Die 2018 vom Kanton präsentierte Weiterführung umfasst rund 9 Kilometer mit 18 Haltestellen: vom Bahnhof Killwangen-Spreitenbach über die Zürcherstrasse durch Neuenhof, eine neue Limmatquerung bei der A1, den geplanten S-Bahn-Hub Tägerhard/Wettingen Ost, die Landstrasse durch Wettingen, über die Hochbrücke und durch einen neuen Schlossbergtunnel zum Bahnhof Baden. Geschätzte Kosten: 465 Millionen Franken (Gegner rechnen mit über 500 Millionen), wovon der Bund über das Agglomerationsprogramm rund einen Drittel übernehmen könnte. Ursprünglich war eine Inbetriebnahme um 2032 angepeilt.
Vom Bauprojekt zur Langfrist-Option
Der Grosse Rat nahm den Korridor am 8. September 2020 als «Zwischenergebnis» in den Richtplan auf — bewusst nicht verbindlich, weil die Bahn eng mit der Siedlungsentwicklung im Tägerhard verknüpft ist. Das seither erarbeitete Gesamtverkehrskonzept (GVK) Raum Baden und Umgebung kam 2024/25 zu einem ernüchternden Befund: «Aus verkehrlicher und aus raumplanerischer Sicht ist die Einführung eines schienengebundenen Verkehrsmittels mit den absehbaren Entwicklungen nicht zwingend» — bis 2040 lasse sich die nötige Kapazität mit einem stark ausgebauten Busnetz (7,5-Minuten-Takt auf den Hauptachsen) bereitstellen.
Das Tram ist damit nicht beerdigt, sondern vertagt: Das GVK sichert drei Tramkorridore langfristig («nach 2040»), darunter als wichtigsten Killwangen–Neuenhof–Wettingen Ost–Baden. Ein Inbetriebnahme-Jahrzehnt ist offiziell «noch völlig offen».
Positionen
Neuenhof lehnt die Linienführung via Tägerhard ab und trug die Trasseesicherung nur «vorbehältlich weiterer Abklärungen» mit; entsprechende Streichungsanträge wurden in der Behördendelegation allerdings mit 10:1 abgelehnt. In Wettingen sammelten Gegner früh 700 Unterschriften gegen die Bahn auf der Landstrasse, während die Gemeinde zugleich erfolgreich für den S-Bahn-Halt Tägerhard kämpfte — dort plant ein internationales Industrieunternehmen ab etwa 2030 einen grossen Standort. Die Stadt Baden treibt das GVK gemeinsam mit dem Kanton voran. Organisierter Widerstand kommt von der IG LimmatMobil, die die Weiterführung als unzuverlässiges «Tram im Mischverkehr» kritisiert und Bus und S-Bahn für schneller und günstiger hält; auch die Mitte Baden sprach sich 2026 gegen die Verlängerung aus.
Stand und nächste Schritte
Mit den GVK-Richtplananpassungen — öffentliche Anhörung bis 31. März 2026, derzeit in Auswertung — sollen die öV-Hauptkorridore als Zwischenergebnis verankert werden. Ende 2026 entscheidet der Grosse Rat. Bis mindestens 2040 gilt die Strategie «starke Busachsen»; ob die Limmattalbahn je über Killwangen hinaus verlängert wird, bleibt eine Frage für die Zeit danach.
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